Der Rudersport wird in Osnabrück wieder aktiviert

Während die Gründer des ORV’s eifrig Mitglieder warben und der Kanalbau foranschritt, begann der erste Weltkrieg und an Rudern ist erstmal nicht mehr gedacht worden. Obwohl der Stichkanal bereits 1915 mit Wasser gefüllt worden ist, ließen Existenzsorgen die Ruderei in Veergessenheit geraten. Von den damals 75 Mitgliedern des ORV kehrte nur ein bescheidener Rest im Jahre 1918 in die Heimat zurück.

Mit einem Aufruf in der Zeitschrift „Osnabrücker Sport“ werben die ehemaligen Vorstandsmitglieder des ORV’s im Mai 1920 für die Wiederbelebung des Ruderns in Osnabrück. Am 9 Juli 1920 treffen sich alle Interessenten in Hotel Dütting (am Nikolaiort). Am 14 Juli bildet sich der Vorstand mit Gosling, Abeken, Ortmann und Wieking. Die Außerordentliche Hauptversammlung am 28. Juli 1920 gibt den Weg für die Ruderei wieder frei. Es wurden sofort 2 Gig-Vierer und 2 Gig-Doppelzweier bei der Bootswerft Lürssen in Auftrag gegeben, so daß die erste Ausbildung und Übungsfahrten im August 1920 beginnen konnten.

Zu dieser Zeit lagern die Boote behelfsmäßig im Garten des Schleusenmeisters. Es gibt weder eine feste Unterkunft für Boote, noch einen Umkleideraum für die Ruderer. Im Spätherbst 1920 steht die erste Bootshalle im Hafen und ein schwimmender Anleger ist fertig gestellt worden.

Am 08.12.1920 beschließt die Mitgliederversammlung ein Bootshaus zu bauen. Architekt Otto Schneider plant und zeichnet in Anlehnung an die Ideen der Ruderpioniere von 1913 einen Entwurf für ein Bootshaus. 

Das Bild zeigt die erste Bootstaufe im Jahr 1920 im Osnabrücker Hafen.