Verlust fast aller Boote und Neugründung des alten Vereins

Auf dem Gelände zwischen der Hase und dem Zweigkanal lagern nach Kriegsende Arbeiter, die es während des Krieges aus Polen, Jugoslawien und Tschechien nach Osnabrück verschlagen hat. Vor dem Betreten des Geländes wird von Seiten der britischen und deutschen Poilzei gewarnt. In die Bootshäuser wird mit Gewalt eingebrochen, Boote werden aus den Hallen geholt und es wird versucht mit ihnen zu rudern. Die Achter zerbrechen bereits, bevor sie das Wasser erreichen, die übrigen Boote werden zerschlagen oder gehen durch die unsachgemäße Behandlung ebenfalls zu Bruch. Um aus einem Boot zwei Boote zu gewinnen, sägen die selbsternannten „Wassersportler“ kurzerhand ein Boot in zwei Teile. Insgesamt gehen 43 Boote, 80 Riemen und 110 Paar Skulls verloren. Das Motorboot sinkt ebenfalls bei einer „Probefahrt“. Die Herren Dierks, Plate und Gürth schaffen es noch zwei Boote, „Forelle“ und „Nixe“ zu retten, indem sie die Boote mit Faustschlägen in der Halle beschädigten und sie so zum benutzen uninteressant machten.

Der eingesetzte Leiter des städtischen Sportamtes verfügte das es nur 4, später 8 Sportvereine in Osnabrück geben sollte und mutete allen anderen Vereins zu, sich diesen anzuschließen. Auch der ORV sollte mit Grundstück, Bootshaus und Inventar in dem Besitz eines Rasensportvereines übergehen. Franz Gürth setze auf Abwarten und weigerte sich entschieden, sich mit der zugewiesen Sportgruppe an einen Tisch zu setzen. Eine Hinhaltetaktik, die sich bald als richtig herausstellte, da es dem britischen Sportdezernenten gleichgültig war, wie die Deutschen ihren Sport organisierten.

Im November 1946 vollzieht sich nun in den Hohenzollernbaracken an der Heinrichstr. ein Kuriosium: Dort findet die Gründung eines Vereins statt, den es schon seit 1913 gegeben hat, dessen Name aber nie im Vereinsregister gelöscht gewesen ist – es ist der Osnabrücker Ruder-Verein von 1913 e.V. An Rudern ist bislang aber noch nicht zu denken, britische Truppen hielten sich noch im Bootshaus auf und das bis dahin noch vorhandene Sportgerät ist zwischendurch ebenfalls restlos verloren gegangen.

Um die Mitglieder zusammenzuhalten, regt Franz Gürth an einen Teil des Bootshaues wieder herzurichten. Die Mitglieder machen sich an die Arbeit und versuchen den Kameradschaftssaal wieder herzurichten.